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Raumplanung

Unser Bauernhaus befindet sich in der Landwirtschaftszone. Dürfen wir beispielsweise im Dachstock eine Wohnung ausbauen?

Das Raumplanungsrecht gibt den Rahmen vor, in welchem Mass in der Landwirtschaftszone und somit ausserhalb der Bauzone zusätzlicher Wohnraum in bestehenden Gebäuden erstellt werden kann. Liegt ein landwirtschaftliches Gewerbe nach Bodenrecht vor, so kann soviel Wohnraum geschaffen werden, wie betriebsnotwendig ist, wobei klare Richtlinien beispielsweise bezüglich der pro Wohnung erlaubten Bruttogeschossfläche gelten.

In nicht mehr landwirtschaftlich genutzten Bauten besteht in einem gewissen Masse die Möglichkeit, zusätzlichen Wohnraum zu schaffen. Dabei sind die möglichen Erweiterungsflächen davon abhängig, ob die Liegenschaft im Streusiedlungsgebiet liegt und ob sie bereits vor dem 01.07.1972 rechtmässig bestanden hat. In welchem Mass der Wohnraum erweitert werden kann, ist deshalb von Fall zu Fall genau zu prüfen. Wir helfen Ihnen dabei gerne weiter.

Auf unserem Landwirtschaftsbetrieb möchten wir eine Gästebewirtung errichten, die gewisse bauliche Massnahmen voraussetzt. Unter welchen Umständen ist dies überhaupt möglich?

Bei Nebenbetrieben unterscheidet das Gesetz zwischen solchen mit einem engen sachlichen Bezug zum Landwirtschaftsbetrieb und solchen, die keinen engen sachlichen Bezug zum Landwirtschaftsbetrieb aufweisen. Ihr Vorhaben ist im agrotouristischen Bereich und damit einem Nebenbetrieb mit engem Bezug zuzuordnen.

Solche Nebenbetriebe können errichtet werden, wenn:

  • ein Landwirtschaftliches Gewerbe nach Bodenrecht vorliegt
  • der Nebenbetrieb innerhalb des Hofbereiches zu liegen kommt
  • in erster Linie bestehende Räume genutzt werden
  • durch die Errichtung keine Gefährdung des Landwirtschaftsbetriebes entsteht
  • die Arbeit auf dem Nebenbetrieb überwiegend durch die Betriebsleiterfamilie verrichtet wird, wobei die Anstellung von Personal, das vor allem für den Nebenbetrieb tätig ist, durchaus möglich ist

Steht in den bestehenden Bauten und Anlagen kein oder zuwenig Raum zur Verfügung, sind heute sogar Anbauten oder Fahrnisbauten bis zu einer Fläche von 100 m2 zulässig.

Unseren Betriebszweig Schweinemast möchten wir mit einem Neubau aufstocken. Müssen wir für dieses Projekt zwingend einen Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) erstellen lassen?

Für die Haltung landwirtschaftlicher Nutztiere ist dann eine UVP über den neu gebauten oder geänderten Stall oder die neu gebaute oder geänderte Halle nötig, wenn die Gesamtkapazität des Betriebes 125 GVE übersteigt. Einzig die Raufutter verzehrenden Tiere zählen nur mit dem halben GVE-Faktor (z.B. 1 Milchkuh = 0.5 GVE) und Alpställe sind von diesen Schwellenwerten ganz ausgenommen.

Wenn ein bestehender Betrieb bereits über dem Schwellenwert ist und eine bauliche Veränderung vornimmt, ohne die GVE zu verändern, hängt die UVP-Pflicht wie bisher davon ab, ob es eine wesentliche Veränderung ist oder nicht. Wird zum Beispiel bei einem Stall ein Auslauf erstellt, der zu einer zusätzlichen Geruchsbelastung führt, wird diese Veränderung je nach Ausmass als wesentlich und somit UVP-Pflichtig definiert. Falls aber die Veränderung nur im Stallinnern passiert und keine wesentliche Auswirkung auf die Umwelt hat, wird diese als nicht-wesentlich definiert und ist somit nicht UVP-Pflichtig.

Für Detailfragen oder die Erstellung eines UVP-Berichts stehen wir Ihnen von der INFORAMA-Beratung gerne zur Verfügung.


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